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Aufgrund der Berichterstattung in den Medien wird der Beruf des Rechtsanwalts häufig zuerst mit der Verteidigung im Strafverfahren in Verbindung gebracht. Rechtsanwälte in Deutschland sind jedoch auch auf vielen anderen Gebieten tätig.

Wer braucht einen Rechtsanwalt?

Jeder Bürger kann einmal in eine Situation kommen, in der er die Hilfe eines kompetenten Rechtsanwalts benötigt.
Falsch ist die Annahme, dass nur der einen Anwalt braucht, der sich nicht richtig verhalten hat.
Abgesehen davon, dass man sich manchmal gegen grundlose Beschuldigungen zur Wehr setzen muss, kann ein Rechtsanwalt auch dabei helfen, eigene, berechtigte Ansprüche durchzusetzen.
Wenn der Arbeitgeber den Lohn nicht zahlt sondern eine unberechtigte Abmahnung oder sogar eine Kündigung ausspricht, ist ein Arbeitnehmer gut beraten, wenn er einen fachkundigen Rechtsanwalt hinzuzieht.
Der Bewohner einer Mietwohnung kann den Rat und die Hilfe eines Anwalts benötigen, wenn der Vermieter die Miete erhöht oder eine Betriebskostenabrechnung erstellt, die zu hoch erscheint.
Jeder, der gerne an Online-Auktionen teilnimmt oder Waren im Internet bestellt, kann in eine Situation geraten, in der er anwaltliche Unterstützung benötigt. Wenn die bestellte Ware nicht, nur unvollständig oder nicht im angkündigten Zustand eintrifft, hilft juristisches Fachwissen weiter.
In familienrechtlichen Angelegenheiten und bei der Vertragsgestaltung ist die Einschaltung eines Rechtsanwalts manchmal notwendig und meistens nützlich.

Was kostet es, in Deutschland einen Rechtsanwalt zu beauftragen?

Ein Rechtsanwalt berechnet für seine Tätigkeit Gebühren, die sich aus den Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) ergeben. In dem seit 2004 geltenden Gesetz sind nicht nur Gebühren für verschiedene Tätigkeiten bei Gericht geregelt sondern auch Gebühren für außergerichtliche Tätigkeiten, Mitwirkung bei der Streitbeilegung, Beratung und Vertragsgestaltung.
Grundlage der Gebührenberechnung ist der jeweilige Streitwert, also der materielle Wert der Angelegenheit, wegen der der Anwalt tätig werden soll. Im Einzelfall wird es für den Laien schwierig sein, die Kosten, die auf ihn zu kommen, selbst zu berechnen. Es empfiehlt sich, den Rechtsanwalt zunächst ausdrücklich danach zu fragen, welche Gebühren bei einer Auftragserteilung entstehen können.
Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz erlaubt es dem Rechtsanwalt in Einzelfällen auch, Gebührenvereinbarungen mit seinem Mandanten zu treffen.

Rechtsschutzversicherungen übernehmen Anwaltsgebühren in vielen Angelegenheiten und entlasten den Rechtssuchenden damit vom Kostenrisiko. Vor der Beauftragung des Rechtsanwalts sollte immer nachgeprüft werden, ob der jeweilige Versicherungsschutz im konkreten Fall tatsächlich gegeben ist.

Personen mit sehr geringem Einkommen können beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe stellen. Bei Nachweis der Bedürftigkeit werden die Kosten einer anwaltlichen Beratungstätigkeit, eines anwaltlichen Schreibens oder aussichtsreicher anwaltlicher Tätigkeit vor dem Gericht von der Landeskasse übernommen.

Wie findet man den richtigen Rechtsanwalt?

Die Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt ist Vertrauenssache. Der Jurist soll Kompetenz ausstrahlen und über ein reichhaltiges Fachwissen verfügen. Verschiedene Fachgebiete machen es notwendig, einen auf diesem Gebiet spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Einen Strafverteidiger, einen Rechtsanwalt für Steuerrecht, Handelsrecht und Wirtschaftsrecht kann man sich direkt von der zuständigen Rechtsanwaltskammer empfehlen lassen.
Fachkenntnisse und Erfahrungswissen auf anderen Gebieten, beispielsweise im Zivilrecht, im Arbeitsrecht und im Familienrecht findet der Rechtssuchende häufig auch in kleineren Kanzleien, deren Anwälte sich nicht auf die Bearbeitung eines einzelnen Fachgebietes beschränkt haben. Persönliche Empfehlungen weisen vielfach den Weg zu einem Rechtsanwalt, der sich für den einzelnen Mandanten Zeit nimmt und Probleme nicht nur mit juristischem Fachwissen sondern auch mit persönlichem Einsatz löst.

Gerade in familienrechtlichen Auseinandersetzungen spielen persönliche Kriterien wie Sympathie und Vertrauen bei der Anwaltswahl eine nicht zu unterschätzende Rolle. Frauen beauftragen gerne eine Anwältin, während manche Männer den autoritär auftretenden Rechtsanwalt bevorzugen. Wichtig ist das Gefühl, verstanden zu werden und zu verstehen, was der Anwalt vorschlägt. Ein guter Rechtsanwalt sollte in der Lage sein, seinem Mandanten auch komplizierte rechtliche Vorgänge verständlich zu erklären.
Die Juristensprache ist ein probates Mittel im Kampf um Rechtspositionen, muss aber nicht gegen den eigenen Auftraggeber gerichtet werden.

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